Sozialistische Bodensee-Internationale

Die SBI ist der Verband der sozialdemokratischen Parteien und befreundeter Gewerkschaften im Dreiländereck am Bodensee.

 

Eindrucksvolle Maifeier in Romanshorn

2010-05-02

Voller Saal und kämpferische Stimmung bei der Kundgebung zum 1. Mai von SP und Gewerkschaften im thurgauischen Romanshorn.

Mehr als 250 Personen waren in den Romanshorner Bodansaal gekommen, um dem diesjährigen kantonalen Maifest von SP und Gewerkschaftsbund im Kanton Thurgau beizuwohnen. Als Hauptreferent fungierte SBI-Vizepräsident Norbert Zeller, SPD-Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg aus Friedrichshafen. Zeller war in Begleitung einer Langenargener SPD-Delegation mit der Fähre angereist.

MdL Zeller betonte, dass die sozialdemokratischen Ideale Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nichts von ihrer Strahlkraft verloren hätten - insbesondere angesichts der gegenwärtigen politischen Herausforderungen stellten sie die grundlegende Handlungsmaxime der politischen Vertretungen der ArbeitnehmerInnenschaft dar. Konkret sprach sich der SPD-Politiker für Mindestlöhne und eine Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung aus. Achtung und Wertschätzung der Beschäftigten kämen dadurch zum Ausdruck. Dies sei eine unverzichtbare Voraussetzung für die Motivation der ArbeitnehmerInnenschaft im Produktions- und Dienstleistungsprozess und stelle mit die Grundlage eines gleichberechtigten sozialpartnerschaftlichen Miteinanders dar. Zur aktuellen Finanzmarktsituation und dabei stattgefundenen deutsch-schweizerischen Auseinandersetzungen bermerkte MdL Zeller: "Unter Freunden helfen nicht beleidigende oder verletztende Töne, sondern eine faire Offenheit". Er forderte klare Regulierungen der Finanzmärkte und verlangte, dass "jene, die die Finanzkrise auslösten, zur Rechenschaft gezogen werden müssen".

Zuvor hatte bereits die neue Thurgauer SP-Präsidentin, Kantonsrätin Barbara Kern, eine weiterhin eindeutig soziale Positionierung der Partei angekündigt und AnhängerInnen sowie Mitgliedschaft zu weiterem beherzten Engagement bei den bevorstehenden Wahlen und Abstimmungen ermuntert. Julian Fitze fügte diesen Ausführungen als Vertreter der JUSO aus deren Sicht zusätzliche inhaltliche Akzentuierungen hinzu. Die sozialistischen Wertmaßstäbe seien dem neoliberalen Zeitgeist als deutlich bessere Alternative für den Großteil der Gesellschaft nachdrücklicher gegenüberzustellen. Besonderen Eindruck hinterließen die gesellschaftskritischen und couragiert vorgetragenen Gedanken von Gabriele Zimmermann, Gemeindeleiterin der Katholischen Pfarrei Romanshorn.

Die Veranstaltung wurde vom vormaligen Präsidenten der SP Thurgau, Peter Gubser, gekonnt moderiert, Heinz Herzog sprach als Präsident des kantonalen Gewerkschaftsbundes das Schlusswort. Ein ausgezeichnetes Speisen- und Getränkeangebot sowie die musikalische Umrahmung der Popjazzband "foursome" trugen zusätzlich zum Gelingen dieser Maikundgebung bei.